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Was bedeutet „Räumliche Einschränkung“ ?


Eine Mietminderung kann man in vielen verschiedenen Zahlen ausdrücken, so als Minderungssumme pro Monat, als Prozentsatz oder als Gesamtminderungsbetrag. Die übliche Darstellungsweise ist die als Prozentsatz von der Gesamtmiete pro Monat. 10 % Mietminderung bedeuten also eine monatliche Minderung der Gesamtmiete um 10 %. Auch auf mietemindern.de stellen wir die Minderungen in Übereinstimmung mit der Mehrheit der Gerichte in dieser Form dar.

Eine andere Frage ist die, wie die Prozentzahl ermittelt wird. Dazu gibt es hier einen eigenen Beitrag. An dieser Stelle wollen wir deutlich machen, dass es Mängel gibt, die sich auf die gesamte Wohnung auswirken (beispielsweise eine zu geringe Wohnfläche), und solche, die nur bestimmte Zimmer betreffen (wie ein zugiges Fenster in einem Zimmer). Bei den Mängeln, die sich nur auf ein bestimmtes Zimmer beziehen, ergibt sich zwar am Ende auch wieder eine Minderungsquote in Prozent, bezogen auf die Gesamtmiete der Wohnung.

Bei der Bewertung des Mangels muss man jedoch vom Zimmer ausgehen und sich fragen, welche Mietminderung ist für dieses Zimmer angemessen, wenn es durch das Fenster zieht. Andernfalls verfälschen nämlich die unterschiedlichen Wohnungsgrößen das Ergebnis. Kommt man zu dem Ergebnis, dass die Minderung bezogen auf das 25 qm große Zimmer 50 % beträgt, so macht es im Endergebnis einen Unterschied, ob es sich um eine 50 qm große Zweizimmerwohnung oder eine 100 qm große Vierzimmerwohnung handelt.

Im ersten Fall ergibt sich bei völlig gleichem Mangel im Ergebnis eine Mietminderung von 25 % der Gesamtmiete, im zweiten Fall sind es nur 12,5 %. Der Unterschied ergibt sich nicht aus dem Mangel oder seiner Bewertung, sondern nur wegen der unterschiedlichen Wohnungsgröße, die die Berechnungsgrundlage verändert.

Auch bei den Gerichtsurteilen muss man darauf achten, dass nicht immer die Minderung als Prozentsatz der monatlichen Gesamtmiete benannt wird. Manche Gerichte benennen ausdrücklich die Minderung als Prozentsatz von der anteiligen monatlichen Raummiete. Das haben wir nicht geändert. Man muss daher bei den Urteilen, die mit „Räumliche Einschränkung“ gekennzeichnet sind, immer genau darauf achten, wie das Gericht die Minderung errechnet hat. Für die genaue Berechnung der Minderung ist in diesen Fällen neben der Angabe der Miete und der Gesamtgröße der Wohnung auch die Angabe der Größe des betroffenen Zimmers erforderlich.

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